Moderation von Online Konferenzen und digitalen Veranstaltungsformaten

2. Dezember 2020
Lesezeit: 4 Minuten

Die Moderation von digitalen oder hybriden Veranstaltungen folgt anderen Regeln als die Moderation von analogen Live-Events. Wir liefern Tipps und Erfahrungswerte für eine erfolgreiche Moderation von Online-Konferenzen und digitalen Veranstaltungsformaten:

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Online Moderation muss kurzweilig sein
  2. Pyramidiale Erzählstrukturen bei der Online Moderation
  3. Die Fünf Satz-Technik bei der Online Moderation
  4. Infotainment: der Schlüssel guter Online Moderation
  5. Call to action: das Online Publikum einbinden
  6. Relevanz, Relevanz, Relevanz

Online Veranstaltungen sind im Aufwind: Seien es digitale Konferenzen, Online-Seminare, online Workshops oder hybride Preisverleihungen. Neben der Wahl von richtiger Übertragungstechnik und Streaming-Software fällt der Moderation oftmals eine entscheidende Rolle zu, welche darüber entscheidet, ob ein digitales Eventformat erfolgreich ist oder nicht. Aber die Moderation eines Online-Events funktioniert anders als die Moderation in der Offline-Welt: Zum Beispiel fehlt hier die Reaktion des Publikums, welches direktes Feedback gibt, und an dessen Reaktion man sein eigenes Agieren messen und steuern kann. Was sollte man also beachten, um erfolgreich ein Online-Event zu moderieren?

Die Online Moderation muss kurzweilig sein

Wir kennen das alle von Online Veranstaltungen oder Videokonferenzen: Vor dem Monitor nimmt die Konzentration schneller ab. Man checkt mal schnell seine Mails, schaut bei LinkedIn vorbei oder lenkt sich unbewusst anders ab. Deswegen: Eine gute Moderation muss immer kurzweilig sein, aber online ist die Bedeutung hiervon noch höher! Deswegen muss diese klar und strukturiert sein! Schnörkel oder aufgeblähte Erzählkonstruktionen sind bei digitalen Events fehl am Platz. Aus diesem Grund lohnt sich der Blick in die Schatzkiste der modernen Rhetorik.

Pyramidiale Erzählstrukturen bei der Online Moderation

Die Kommunikation nach dem Pyramidalen Prinzip beginnt mit einer Kernaussage. Von hier aus wird diese Aussage mit Details beschrieben und so immer weiter untermauert. So kann man die Zuhörenden sofort fesseln, denn betrachtet man den Moderationsprozess, so werden die Zuschauer*innen mit einer Aussage konfrontiert, welche einer Auflösung bedarf, auf die sie gespannt sein werden. 

Umgekehrt kann so auch das Trichterprinzip als das Bild einer umgekehrten Pyramide angewendet werden. So kann man mit einer Herleitung, mit der Untermauerung von Details und mit Fachinformationen auf ein Ergebnis oder eine Kernaussage hinarbeiten. Wichtig ist bei beiden Prinzipien eine zügige und klare Kommunikation, denn die verfügbare Aufmerksamkeitsspanne bei digitalen Events ist oftmals wesentlich geringer als in der analogen Welt.

Die Fünf Satz-Technik bei der Online Moderation

Diese Prinzip wird auch gerne bei Verhandlungen eingesetzt und ist geschulten Moderator*innen gut bekannt. Hier kann man sich auch einen Klassiker ins Gedächtnis rufen: die W-Fragen. Denn so gibt man den Zuschauer*innen automatisch die Informationen, die für sie auch relevant sind:

  1. Einstiegssatz und Kernbotschaft formulieren: Warum spreche ich eigentlich hier?
  2. Erklärungssatz 1: Was ist? Das Untermauern der Kernthese.
  3. Erklärungssatz 2: Was müsste sein? Eine Vision bauen oder Ziel oder Idee formulieren.
  4. Erklärungssatz 3: Wie lässt sich das Ziel erreichen?
  5. Folgerung: Was muss ich tun? Verbunden mit der Handlungsaufforderung!

Natürlich kann man diese fünf Satz-Technik wunderbar mit einer Aufforderung an das Online-Publikum verknüpfen: Call-to-action.

Infotainment: der Schlüssel guter Online Moderation

Ein*e Moderator*in, welche*r die ganze Zeit nur redet und redet, wirkt einschläfernd. Ein*e Moderator*in sollte sich als Entertainer*in verstehen. Damit ist nicht gemeint der*die nächste Frank Sinatra, Sonya Kraus, Bastian Pastewka oder Luke Mockridge zu werden. Doch die Rolle der Moderation sollte so verstanden werden, dass den Menschen vor den Bildschirmen eine gute Zeit geboten wird. Und hier greift in diesem Zusammenhang der Begriff Infotainment, also Informationen in einer durchaus unterhaltsamen Form darzubieten. Damit können die Moderationsziele erreicht werden und der*die Moderator*in wird zum*r Infotainer*in.

Call to action: das Online Publikum einbinden

Eine permanente Frontalkommunikation wird sehr schnell ermüdend. Der große Vorteil von digitalen oder hybriden Formaten ist die Möglichkeit der Interaktion. Man moderiert kein Fernsehformat, sondern bewegt sich im Internet. Somit kann man auch mit den Zuschauer*innen oder Teilnehmenden kommunizieren. Warum nicht diesen schlagenden Vorteil für die Moderation nutzen und das Publikum gezielt ansprechen, um dieses quasi immer wieder wachzurütteln? Hier stehen der Moderation oftmals verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, abhängig von der gewählten Videokonferenzsoftware. Da wäre zum einen der Chat, welcher zum Aufruf von Kommentaren oder der Beantwortung einer gestellten Frage genutzt werden kann. Aber auch das Umfragetool ist eine mächtige Waffe. Warum sich nicht schon zu Beginn einer Online Konferenz ein Bild von dem Zuschauer*innen machen und fragen, woher diese kommen, welche Berufe sie ausüben, welche Motivation sie haben oder, oder, oder … Aber auch das einfache Einblenden von inhaltlich relevanten Präsentationen, welche die Moderation visuell unterstützen, sind hier Gold wert. Spreche die Zuschauer*innen immer wieder direkt an und binde sie ein. Dein Online-Publikum wird Dir danken!

Relevanz, Relevanz, Relevanz

Last but not least – und was eigentlich selbstverständlich sein sollte, es leider oftmals nicht ist – : Eine Moderation sollte Relevanz haben. Sprich bei der Moderation einer digitalen Veranstaltung sollten sinnvolle und wertvolle Informationen durch das Netz zum*r Zuschauer*in gelangen. Denn keiner braucht Selbstdarstellung oder Wortberge, die nur füllen.

Zum Abschluss noch einen Tipp an alle Moderator*innen (oder solche, die es werden wollen), die Online Konferenzen oder digitale Veranstaltungen moderieren wollen und Brillenträger*innen sind: Legt euch unbedingt eine entspiegelte Brille zu! Licht-Reflektionen im Gesicht will keiner vor der Kamera haben.

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