Moderation von Online Konferenzen und digitalen Veranstaltungsformaten

2. Dezember 2020 – 

Moderation von Online Konferenzen und digitalen Veranstaltungsformaten

Die Moderation von digitalen oder hybriden Veranstaltungen folgt anderen Regeln als die Moderation von analogen Events. Wir liefern Tipps und Erfahrungswerte für eine erfolgreiche Moderation von Online Konferenzen und digitalen Veranstaltungsformaten:

Online Veranstaltungen sind im Aufwind! Seien es digitale Konferenzen, Webinare, online Workshops oder aber hybride Preisverleihungen. Neben der Wahl der richtigen Übertragungstechnik und Streaming-Software fällt dem Moderation oftmals eine entscheidende Rolle zu, welche darüber entscheidet, ob ein digitales Eventformat erfolgreich ist oder nicht. Aber die Moderation eines Streaming-Events funktioniert anders als die Moderation in der Offline-Welt. Zum Beispiel fehlt hier die Reaktion des Publikums, welches direktes Feedback gibt und an deren Reaktion man sein eigenes Agieren messen und steuern kann. Was sollte man also beachten um erfolgreich ein Online Event zu moderieren?

Die Online Moderation muss kurzweilig sein

Wir kennen das alle von Online Veranstaltungen oder Videokonferenzen: vor dem Monitor nimmt die Konzentration schneller ab. Man checkt mal schnell seine Mails, schaut bei LinkedIn vorbei oder lenkt sich unbewusst anders ab. Deswegen: eine gute Moderation muss immer kurzweilig sein, aber online ist die Bedeutung hiervon noch höher! Deswegen muss diese klar und strukturiert sein! Schnörkel oder aufgeblähte Erzählkonstruktionen sind bei digitalen Events fehl am Platze. Aus diesem Grunde lohnt sich der Blick in die Schatzkiste der modernen Rhetorik.

Pyramidiale Erzählstrukturen bei der Online Moderation

Die Kommunikation nach dem Pyramidialen Prinzip beginnt mit einer Kernaussagen. Von hier aus wird diese Aussage mit Details beschrieben und so immer weiter untermauert. So kann man den Zuhörer sofort fesseln, denn betrachtet man den Moderationsprozess, so wird der Zuschauer mit einer Aussage konfrontiert, welche einer Auflösung bedarf, auf die er gespannt sein wird. 

Umgekehrt kann so auch das Trichterprinzip, als das Bild einer umgekehrten Pyramide, angewendet werden. So kann man mit einer Herleitung, mit der Untermauerung von Details und Fachinformation, auf eine Ergebnis oder Kernaussage hinarbeiten. Wichtig ist bei beiden Prinzipien eine zügige und klare Kommunikation, denn die verfügbare Zeit bei digitalen Events ist oftmals wesentlich geringer als in der analogen Welt.

Die Fünf Satz-Technik bei der Online Moderation

Diese Prinzip wird auch gerne bei Verhandlungen eingesetzt und ist jedem geschulten ModeratorInnen gut bekannt. Hier kann man sich auch einen Klassiker ins Gedächtnis rufen: die W-Fragen. Denn so gibt man dem ZuschauerInnen automatisch die Informationen, die für Ihn auch relevant sind:

  1. Einstiegssatz und Kernbotschaft formulieren: Warum spreche ich eigentlich hier?
  2. Erklärungssatz 1: Was ist? Das Untermauern der Kernthese.
  3. Erklärungssatz 2: Was müsste sein? Eine Vision bauen oder Ziel oder Idee formulieren.
  4. Erklärungssatz 3: Wie lässt sich das Ziel erreichen?
  5. Folgerung: Was muss ich tun? Verbunden mit der Handlungsaufforderung!

Natürlich kann man diese fünf Satz-Technik wunderbar mit einer Aufforderung an das Online-Publikum verknüpfen: Call-to-action

Infotainment: der Schlüssel guter Online Moderation

Ein*e ModeratorIn, welche*r die ganze Zeit nur redet und redet, wirkt einschläfernd. Ein*e ModeratorIn sollte sich als EntertainerIn verstehen. Damit ist nicht gemeint der*die nächste Frank Sinatra, Sonya Kraus, Bastian Pastewka oder Luke Mockridge zu werden. Doch der*die ModeratorIn sollte seine*ihre Rolle so verstehen, dass er*sie den Menschen vor den Bildschirmen ein gute Zeit bietet. Und hier greift in diesem Zusammenhang der Begriff Infotainment, also Informationen in einer durchaus unterhaltsamen Form darzubieten. Damit können die Moderationsziele erreicht werden und der*die ModeratorIn wird zum*r InfotainerIn.

Call to action: das Online Publikum einbinden

Eine permanente Frontalkommunikation wird sehr schnell ermüdend. Der große Vorteil von digitalen oder hybriden Formaten ist die Möglichkeit der Interaktion. Man moderiert kein Fernsehformat sondern bewegt sich im Internet. Somit kann man auch mit den ZuschauerInnen oder TeilnehmerInnen kommunizieren. Warum als diesen schlagenden Vorteil für die Moderation nutzen und das Publikum gezielt ansprechen und quasi immer wieder wachrütteln. Hier stehen einem*r ModeratorIn oftmals verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, abhängig von der gewählten Videokonferenzsoftware. Da wäre zum einen der Chat, welcher zum Aufruf von Kommentaren oder der Beantwortung einer gestellten Frage genutzt werden kann. Aber auch das Umfragetool ist eine mächtige Waffe. Warum sich nicht schon zu Beginn einer Online Konferenz ein Bild von den ZuschauerInnen machen und fragen, woher diese kommen, welche Berufe, welche Motivation sie haben oder, oder, oder … Aber auch das einfach Einblenden von inhaltlich relevanten Präsentationen, welche die Moderation visuell unterstützen, sind hier Gold. Spreche Sie die ZuschauerInnen immer wieder direkt an und binden sie sie ein. Ihr Online-Publikum wird es Ihnen danken!

Relevanz, Relevanz, Relevanz

Last but not least – und was eigentlich selbstverständlich sein sollte, es leider oftmals nicht ist – : Eine Moderation sollte Relevanz haben. Sprich bei der Moderation einer digitalen Veranstaltung sollten sinnvolle und wertvolle Information durch das Netz zum*r ZuschauerIn gelangen. Denn keiner braucht Selbstdarstellung oder Wortberge, die nur füllen.

Zum Abschluss noch ein Tipp an alle ModeratorInnen (oder solche, die es werden wollen), die Online Konferenzen oder digitale Veranstaltungen moderieren wollen und BrillenträgerInnen sind: legt euch unbedingt eine entspiegelte Brille zu! Licht-Reflektionen im Gesicht wie keiner vor der Kamera haben!